20/12/2008
Ich strick ja gerne Socken, am liebsten welche mit Mustern und dabei finde ich stark musterndes Garn eher störend, weswegen ich auch nur selten welches kaufe (nur dann wenn ein schönes grün drin ist
).
Handgefärbte Garne sind hierzulande zum überwiegenden Teil nicht Ton in Ton sondern eher kontrastreich gefärbt, was dann entweder zu Streifen oder Pooling führt. Auch auf die Gefahr hin, dass ich gesteinigt werde oute ich mich mal als Mensch, der letzteres eher scheußlich findet. Die Stränge sehen meistens toll aus, aber das verstrickte Ergebnis, naja.
Uni farbende Garne gibt es ja hierzulande zuhauf, die sind mir aber ein bisschen zu langweilig.
Ich hätte gerne solche Sockenwolle, die die Nordamerkaner als Semi-Solid oder Shaded-Solid bezeichnen. Sowas oder sowas gibts aber hier nicht zu kaufen und ich hab auch keine Lust für Sockenwolle 20Euro oder mehr plus Versand zu zahlen, so dringend ist der Bedarf dann nicht.
Also hab ich mal versucht, selbst zu färben. Das ist mein erster Versuch mit Ashford Farben gewesen und es hat Spass gemacht. Letztes Jahr hatte ich einen Versuch mit Kool Aid, den Geruch hatte ich noch tagelang in der Nase Ieh Baeh. Ashford Farben sind auf jeden Fall geruchslos. Da ich keine allzu große Lust hatte eine Riesensauerei zu veranstalten habe ich mir bei Ikea zwei große Einmachgläser gekauft. Solche mit abklappbarem Deckel mit Gummiring, wie früher bei Oma. Darin habe ich die Färbeflotte angesetzt und anschliessend je einen Strang versenkt. Das ganze habe ich dann eine Stunde im Wasserbad gekocht. Die Stränge habe ich vorher nicht gewässert, weil ich ja wollte, dass die Farbe ungleichmäßig aufzieht.
Das ist das Ergebnis:

Links: gelb mit grün überfärbt.
Mitte: gelb mit grün überfärbt, trockenen lassen, danach nochmal mit grün überfärbt.
Rechts: grün mit gelb überfärbt.
Beim nächsten Mal werde ich wohl versuchen die Stränge nach jedem Farbbad trocknen zu lassen, damit das Ergebnis noch etwas ungleichmässiger wird, aber so bin ich auch ganz zufrieden auf dem Bild kommen die Unregelmäßigkeiten leider nicht so raus.
19/12/2008
Kurz noch bevor Weihnachten auch schon wieder vorbei ist:

Anleitung: keine, einfach einen etwas elliptischen Ball stricken und diesen dann zur Kugel filzen.
Wolle: Wash+Filz it von Anchor in wollweiß
Nadeln: 10mm
sonstiges: Pallietten, Roccalies und silbernes Stickgarn zum Aufnähen.
12/12/2008
Von Zitron gibt es seit ein paar Wochen neue Trekking XXL Farben. Diese Farbe hat mich natürlich angesprungen. Damit die Ringel auch erhalten bleiben hab ich eine nachträgliche Ferse eingestrickt, pedantischer Weise natürlich im passenden Verlauf.

Kurz und knapp:
Muster: 60 Maschen glatt rechts mit nachträglich eingestrickter Ferse
Wolle: Zitron Trekking XXL in Farbe 1002 (65g)
Nadel: 2.5mm
09/12/2008
Diese Woche fragt das Wollschaf:
Eine Frage für diejenigen, die schon vor den Zeiten des Internets gestrickt haben: Früher war Stricken etwas in der Familie oder im Freundeskreis. Durch das Internet ergaben sich ganz neue Möglichkeiten. Welche Möglichkeiten nutzt ihr und wie hat sich euer Strickverhalten dadurch geändert?
Ich hab zwar nicht vor der Erfindung des Internets gestrickt, aber ich habe erst ca. 2 Jahre, nachdem ich mit Stricken begonnen hatte, entdeckt, dass Stricken auch im Netz stattfindet. Mein Strickverhalten hat sich dadurch stark verändert. Vorher hab ich fast ausschließlich Socken und mal einen Pullover aus der Verena gestrickt. Das Internet hat dann eine Haben&Wissen-Wollen Welle ausgelöst. Neue Garne, neue Techniken, neue Designs, die Strickwelt hat sich dadurch für mich sehr sehr schnell ausgedehnt. Ich habe viel gelesen und viel ausprobiert.
Vorher kannte ich auch nur sehr wenige Leute, die gestrickt haben. Stricken fand bei mir alleine vor dem Fernseher statt. Mittlerweile stricke ich sogar den überwiegenden Anteil in Gesellschaft und das liegt gerade am Internet. Wenn es das nicht gäbe, dann würde ich wahrscheinlich heute nicht in der Nähe eines Strickcafes wohnen. Dann gäbe es kein Stricktreffen in Aachen und ich würde wahrscheinlich immer noch Socken stricken und hin und wieder mal einen Pullover aus der Verena. (Womit ich nicht sagen will, dass die Verena eine schlechte Zeitschrift ist.)
Leuten, die mir irgendwas von „Vereinsamung des Menschen durch die Anonymität des Internets“ erzählen, muss ich leider sagen, dass sie sich auf den falschen Seiten rumtreiben.
04/12/2008
Und der Beweis, dass ich sogar Braz.ilia verarbeite

Die Sterne hab ich mit Ponal gehärtet. In der Anleitung stand was von Textilverstärker, den hätte ich aber erst noch kaufen müssen. In unserer Werkzeugkiste fand ich dann eine Riesenflasche Ponal. Das hat super funktioniert. Eine großzügige Menge Ponal mit etwas Wasser verdünnen. Trockenen Stern einlegen und die Wasser-Ponal Mischung aufsaugen lassen. Mit einem Kückenkrepp leicht abtupfen und auf einer geeigneten Unterlage mit Stecknadeln spannen. Ich empfehle ausdrücklich nicht den Teppich im Wohnzimmer zu verwenden, denn der Stern klebt u.U. nachher leicht auf der Unterlage. Ich habe Puzzlemattenstücke verwendet.
Wer jetzt anfängt sich zu fragen womit meine Wohnung noch dekoriert ist, den kann ich beruhigen. Ich lebe hier nur meine Kitsch Triebe aus, um die Erzeugnisse dann zu verschenken. Der Anteil der Weihnachtsdeko in meiner Wohnung ist zur Zeit 0.0%.
Anleitung: Anna 12/08
Garn: Coats Lyric in rot und weiß, Braz.ilia in weiß
Häkelnadel: 3.5mm
sonstiges: Ponal zum Festigen, man kann auch Zuckerlösung verwenden.
03/12/2008
von Schoppel gibt’s neue Zauberbälle. Das ist einfädige Sockenwolle aus dem üblichen 75/25 Gemisch mit einem langen Farbverlauf. Die Farbe heißt gebrannte Mandeln und passte so gut zu meinem sonstigen Einkauf, dass sie mitmusste.

Ich hab auch nicht nur einen, sondern drei Zauberbälle gekauft und möchte damit mein erstes größeres Projekt tunesisch häkeln. In der Verena Winterausgabe war ein Pullunder aus Noro-Sockenwolle in dieser Technik drin, das möchte ich probieren.
Aber erst nachdem die Assemblage Jacke fertig ist. (Aktueller Stand: Es fehlt noch der Kragen und die Knopfleisten)
Und nachdem der Seamless Hybrid für meinen Freund fertig ist. (Aktueller Stand: Bin kurz davor die drei Teile zu vereinen)
Wird also nochwas dauern.
02/12/2008
Diese Woche fragt das Wollschaf:
Mich würde interessieren, was das anspruchsvollste war, das jemand bisher gestrickt hat. Ob es Socken sind, ein Spüli oder ein mehrfarbiger Fair-Isle Pullover oder etwas ganz anderes.
Der Venezia war sicher ein Projekt, dass ich anfangs anspruchvoll fand, ich hatte zwar schonmal das Stricken mit beiden Händen (also in jeder Hand ein Faden) an kleineren Teilen geübt, aber bei 200+x Maschen in der Runde ist das schon was anderes. Richtig anstrengend finde ich es allerdings nicht, FI zu stricken, d.h. ich kann schon dabei Hörbücher oder Podcasts hören. Der Grund warum es vom Venezia immer noch kein Fertig-Foto gibt liegt übrigens daran, dass ich mir selber geschworen habe erst alle Fäden zu vernähen. Und das dauert……
Die Frage ist ja ohnehin, was man als anspruchsvoll empfindet. Jede Technik ist meiner Meinung nach erlernbar, man braucht nur gute Erklärungen egal ob schriftlich oder von einer Person direkt. Bei manchen Techniken braucht man vielleicht eine Weile, bis das Hirn die Hände richtig kontrolliert, aber irgendwann klappt es immer.
Wenn anspruchsvoll sich auf die Konzentrationsleistung bezieht, die man erbringen muss, dann ist der Venezia nicht so anspruchsvoll, man muss sicher auf die Strickschrift gucken, aber irgendwie ist das für mich einfacher als z.B. ein Lace Chart.
Bei der Cobweb Lace Stole, an der ich mit mehr oder minder großem Enthusiasmus rumstricke, sind im Mittelteil sowohl Hin- als auch Rückreihen gemustert. Da muss ich sehr viel mehr Konzentration aufbringen. Mal abgesehen davon, dass ich gucken muss, ob ich jetzt einen Umschlag oder zwei zusammen stricken muss oder so, muss ich gleichzeitig kontrollieren, ob ich nicht in der Reihe davor einen Umschlag vergessen habe. Wenn ich an dem Tuch stricke kann ich nur gleichzeitig Radio hören, wenn mein Kopf frisch ist, sonst endet das im Chaos.
19/11/2008
Diese Woche fragt das Wollschaf:
Jeder hat ja so seine Vorlieben und Abneigungen beim Material. Was für Garne magst oder kannst Du überhaupt nicht verstricken, sei es von der Zusammensetzung, der Dicke oder der Struktur her? Warum?
Ich stricke kein schwarzes Mohair, das hab ich einmal erfolglos versucht und werde es nicht wieder tun, sonst fallen mir vor Anstrengung die Augen raus.
Ansonsten denke ich, dass es für fast alle Garne einen Anwendungsbereich gibt. Es wird ja häufiger ein Kunstfaseranteil verdammt, das finde ich sehr engstirnig. Einen Kinderpullover aus einem Baumwoll-Polyester Gemisch würde ich eher verschenken als aus einer reinen Schurwolle, die nicht maschinenwaschbar ist. Die Eltern des Empfängers wären auch sicher mir dankbar, dass sie das Teil auch benutzen können.
Ich trage selber keine reinen Kunstfaser Sachen und da ich meist für mich stricke komme ich auch eher selten in die Verlegenheit sowas stricken zu „dürfen“, aber wenn jmd. unbedingt will, dann stricke ich alles mögliche. Ich hab auch schon Brazilia und diese Pompon-Wolle verstrickt.
Bis vor ein paar Monaten fand ich das Stricken mit dicken Nadeln, also aber NS 6, sehr unangenehm, seitdem ich aber den orangen Auftragspulli aus Unikat von Zitron mit 7mm gestrickt habe geht es besser. Ich habe dabei rausgefunden, dass ich die Nadeln ein bisschen anders halten muss, wenn sie dicker sind und dann hab ich auch keine Schmerzen in den Fingern dabei.
17/11/2008
Die Assemblage Strickjacke kommt gut voran, ein Ärmel, das Rückenteil und ein Vorderteil sind fertig, das zweite kurz vorm Ärmelausschnitt. Ein bisschen Sorgen hab ich mir darum gemacht, ob ich genug Wolle habe. Auf der Kone waren nicht, wie gedacht, 750g sondern nur 700g. Die im Original verwendete Wolle hat allerdings eine etwas kürzere Lauflänge, weshalb die Differenz nicht so groß ist. Mittlerweile bin ich ja auch über die Hälfte der Strickarbeit und denke, dass ich hinkomme. Wieviel das Muster im Kragen schlucken wird, weiß ich allerdings nicht, aber ich hoffe mal.
Meine positive Einstellung scheint aber nur tagsüber zu halten, gestern Nacht hat mich mein Unterbewusstsein dann eingeholt. Ich hatte meinen ersten „Oh mein Gott meine Wolle reicht nicht!!“ Alptraum und ich war echt froh, als ich aufwachte. Das war echt furchtbar.
14/11/2008
Tichiro hat es schon angesprochen und das ist genau der Gedanke, der mich beim Betrachten der Interweave Knits Winter Vorschau auch ansprang. Das einzige was mir auf Anhieb gefällt sind die Männer-Sachen. Die Mütze könnte ich für meinen Bruder stricken, die würde ihm bestimmt gefallen und der Pullover sieht aus, als wäre er einen Blick auf ein scharfes Foto wert. Ansonsten haut mich das nicht vom Hocker. Aber ich warte mit dem endgültigen Urteil bis das Heft da ist.
Bei Twist Collective bin ich da enthusiastischer. Heroine gefällt mir sehr gut und zwar nicht(!), weil die Jacke grün ist. Falls überhaupt (ich sag nur 1,2kg) dann nur in einer anderen Farbe, sonst sieht mir das zu sehr nach Entenjagd aus. Was mich am meisten erstaunt hat ist, dass es doch ein stark gezopftes Design gibt, dass mir gefällt. Eigentlich bin ich nicht so der Fan, d.h. stricken tu ichs gern, aber tragen nicht. Vivian hat es mir aber sehr angetan, vielleicht wird das ja mein erster All-over Zopf. Ansonsten hat es mir noch Dietrich angetan ich wollte ja immer schonmal einen Hut filzen, vielleicht wage ich es ja tatsächlich mal, obwohl der bei meinem Dickschädel wohl nicht so stark filzen darf